Liebe Leserin, lieber Leser! 

 

Wieder hat es zu wenig geregnet! Wieder hat sich das Mähen eines strohernen Rasens beinah erübrigt. Wieder machen Landwirte Verluste. Doch die Läden sind voll, und wir singen: „Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen liegt in des Herren Hand. … Er sendet Tau und Regen und Sonn und Mondenschein …. Drum dankt ihm … und hofft auf ihn.“  Nur ich frage mich, was aus dem menschlichen Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, wird. Wir gehen nicht sorgsam mit der Natur und unsern Rohstoffen um. 

Eine Erzählung fällt mir dazu ein: 

Auf seiner Wanderung durch die Provence trifft Jean auf einen alten Mann. 

„Was machen Sie da?“, fragt er ihn. „Ich pflanze was an, das wird einmal ein Wald.“, antwortet der Alte. 

„Gehört das Land Ihnen, und bekommen Sie das bezahlt?“

„Ich mach das, was Not tut, ich verdiene keinen Pfennig daran. Doch ganz ohne Baum sinkt das Grundwasser ab. Darum pflanze ich Eichen hier an", so erklärt der alte Mann. 

 

Es ist die Geschichte von Elzéar Bouffier, die der französische Schriftsteller Jean Gino 1954 heraus gab. Seine Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg machte aus ihm einen Pazifisten und Naturliebhaber. Samen säen. So einfach könnte es sein. 

In einem Artikel der Zeitung „Die Zeit“ lese ich: Einer „Studie zufolge ist die Erde derzeit mit 2,8 Milliarden Hektar Wald bedeckt – eine Neubepflanzung von 900 zusätzlichen Millionen Hektar sei möglich. Das entspräche in etwa der Fläche der USA oder einem Gebiet, das mehr als 27-mal so groß wie Deutschland ist.“ So ließe sich der Klimawandel aufhalten.“ 

So könnten sich Menschen für die Natur und Bewahrung der Schöpfung einsetzen. 

Ob das passiert? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß auch: Es bringt nichts, mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu meinen, andere müssten anfangen.

Elzéar Bouffier planzte schon vor vielen Jahren einen Wald, kannte den Zusammenhang von Wald und Grundwasser.  

Erntedank mag helfen, uns neu auszurichten: Ernte ist nicht selbstverständlich. Lebensgaben sind kostbar! Wir müssen sie schützen. Erntedank wird dann auch zur Anfrage an mich und uns, aus diesem Dank heraus zu Leben. Dazu gehört not-wendig die Bewahrung der Schöpfung. 

 

Mit nachdenklichen Grüßen 

Ihre und Eure Jutta Schlitzberger