Gottesdienst für zu Hause


Sonntag Kantate, 2. Mai 2021

 

 

 

 


Psalm 98
Singet dem HERRN ein neues Lied, denn er tut Wunder.
Er schafft Heil mit seiner Rechten und mit seinem heiligen Arm.

Der HERR lässt sein Heil verkündigen;
vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.
Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,
aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.
Jauchzet dem HERRN, alle Welt, singet, rühmet und lobet!
Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel!
Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König!
Das Meer brause und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen.
Die Ströme sollen in die Hände klatschen, und alle Berge seien fröhlich
vor dem HERRN; denn er kommt, das Erdreich zu richten.
Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit

und die Völker, wie es recht ist.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie es war im Anfang so auch jetzt und immerdar

und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.


Lied
Lob Gott getrost mit Singen (EG 243)


Predigttext Lukas 19,37-40
Und als Jesus schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten, und sprachen: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn! Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe! Und einige von den Pharisäern in der Menge sprachen zu ihm: Meister, weise doch deine Jünger zurecht! Er antwortete und sprach: Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.

Lied
Du meine Seele singe (EG 302)**
oder
Da berühren sich Himmel und Erde (im Liederbuch: Zwischen Himmel und Erde)


Gebet
Schöpfer des Lichts. Sonne meines Lebens,
ich danke dir für diesen neuen Tag.
Hilf mir, deinen Willen zu erkennen und zu tun. Gib mir Kraft für die Aufgaben, die mir gestellt sind. Gib mir Mut für die Schritte, die ich tun muss. Gib mir Liebe zu den Menschen, die mir begegnen. Lass mich erfahren, dass du mir nahe bist in allem, was heute geschieht.

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Deine Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser täglich Brot gib uns heute
Und vergib und unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit. Amen.

Lied
Bewahre uns Gott, behüte uns Gott, sei mit uns auf unsern Wegen.
(Eg 171)


Gedanken zum Sonntag und Anregungen zum Weiterdenken

Kantate: Singet (nach Psalm 98) - Diese Aufforderung lass ich mir normalerweise nicht zweimal sagen. Singen / Musizieren macht Freude. Seit Monaten nun vermisse bestimmt nicht nur ich das gemeinsame Singen und Musizieren. Zur Zeit sind wir auf sechs Musiker im Gottesdienst beschränkt.

Aber trotzdem: Kantate Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder!
So greife ich zu Hause zur Gitarre, spiele und singe ein wenig für mich. Freue mich über den schönen Klang der Querflöte und „Morgenlicht leuchtet“, ein Lied, das Tobias und Meret letzten Sonntag eingespielt haben. Mit guten Schutzkonzept wieder ein Stück weit gemeinsames Leben ermöglichen, das liegt mir am Herzen. Ich freue mich auf Pfingsten, wenn wir gemeinsam Gottesdienst feiern.

Wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.
Diesen Vers habe ich noch in Erinnerung. Er war Monatsspruch für den Monat März in der Passionszeit. Jetzt lese ich in der Bibel den Zusammenhang. Es geht um den Einzug Jesu in Jerusalem, der am Palmsonntag Evangelientext ist. Freudig empfangen die Menschen Jesus in Jerusalem und breiten Palmzweige vor ihm aus.
V. 38 Die Menge der Jünger ruft: Gelobt sei, der da kommt, der König, in dem Namen des Herrn. Friede sei im Himmel und Ehre in der Höhe!
Die Menge aber soll aufhören zu reden und zu loben, fordern es die Gegner.
Und dazu die Antwort: Wenn diese schweigen, so würden die Steine schreien.

Wer Jesus kennt, kann nicht schweigen. Das höre ich aus diesen Worten. Wer Jesus kennt, der erfährt für sich die Bedeutung des Glaubens. Eine tiefe Überzeugung. Halt im Leben. Es gibt keinen Grund, ausgerechnet von dem zu schweigen, was einem im Innern wichtig ist. Glaube bleibt nicht für sich. Er dringt nach außen. Braucht Stimme.

Wenn Steine schreien
Können Steine schreien? Die Natur erhebt ihre Stimme im Leiden unter dem Klimawandel: brennende Wälder in Kalifornien, Überflutungen in Pakistan …

Mit dem Wort „Singet“ beginnt der Psalm 98.
In Jesaja 12 heißt es: Ich fürchte mich nicht; denn Gott, der Herr ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil. Stärke und die innere Kraft, die der Glaube bedeutet, erwächst aus dem Gotteslob. Der Glaube ist eine Kraft, die Leben fördert und dem Leben dient. Damit ist auch die Kraft zum Handeln gemeint. Glaube ist nicht nur schöne Sonntagsstimmung, sondern braucht auch Stimme. Stimme und Handeln gegen Unrecht und für den Frieden.

Friede zwischen Himmel und Erde war schon die Botschaft der Engel auf den Hirtenfeldern bei Bethlehem. Friede zwischen Himmel und Erde ist die frohe Erwartung und Hoffnung von Menschen, die Gott vertrauen.

Fragen zum Nachdenken:
Wie sieht es mit meiner persönlichen Andacht aus? Wo fülle ich meinen Glauben auf in diesen Tagen?

Wie begegne ich Menschen, die dem Glauben kritisch gegenüberstehen? Oder lebe ich allein in meinem Kreisen? Wie fließt der Glaube an Gott / an Jesus Christus in meinen Alltag ein?

Wo könnte ich über Unrecht schreien? Nehme ich wahr, was um mich herum geschieht? Wie gehe ich damit um? Erhebe ich meine Stimme?

Was ist für mich die Kraft des Glaubens (die auch schweren Zeiten Bestand hat)?

 

 

** Hier noch ein externer Link: "Du meine Seele singe" - ein Podcast